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Tempora et mores 1. Schon wieder: Maria, Maria Dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen, aber auch kein einziges Marienfest auszulassen. In diesem Monat gibt es nun deren zwei, und das zweite, gewissermaßen kleiner ist dieses Jahr das zumindest von der öffentlichen Aufmerksamkeit größer
Mariä Lichtmeß wird das Hochfest am 2.Februar noch immer von den meisten Katholiken genannt. Offiziell heißt es aber nun Darstellung des Herrn, und ein Herrenfest ist es nun eben ja auch. Beide Traditionen, oder vielleicht besser Sichtweisen des Festes haben ihre eigene Berechtigung. Nach jüdischer Tradition galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein. Am 40. Tag hatte Sie als Reinigungsopfer dem Priester ein Schaf und eine Taube zu übergeben (3. Moses 12, 1-8). Der erstgeborene Sohn galt als Eigentum Gottes und war durch ein Tierersatzopfer auszulösen (3.Mose 12, 6-8). Das Herrenfest ist nun schon im 5. Jhdt. in Jerusalem nachzuweisen, Lichterprozessionen sind ebenfalls in Verbindung mit diesem Fest seit sehr früher Zeit überliefert. Im Westen war der marianische Aspekt zunächst der wichtigere, mit der Änderung der offiziellen Bezeichnung hat sich die römisch-katholische Kirche nun wieder der ostkirchlichen Tradition angenähert. (In Praxis interessiert das aber eigentlich niemanden)
Der Gedenktag unserer lieben Frau in Lourdes ist gewissermaßen nur ein ganz kleines Marienfest, nämlich “nur” eine “nichtgebotener Gedenktag”. Pius X hat es 1907 eingeführt, und dieses Jahr ist des kleine Fest ganz groß denn die Erscheinung zu Lourdes jährt sich in diesem Jahr zum 150.ten Mal. 2. Das Buch des Monats
Lied von Bernadette / Franz Werfel / Fischer Verlag, € 12,90 Taschenbuch / € 23,00 gebunden
Kann sich logischerweise nur auf dieses kleine große Fest beziehen. Und wer sich über das Wunder von Lourdes mit dem Text eines begnadeten Schriftstellers informieren will, dem empfehlen wir wärmstens Franz Werfels “Lied von Bernadette”, über die “Seherin von Lourdes”. Von den vielen Büchern, die das Wunder beschreiben, ist es das poetischste, das liebevollste und das geheimnisvollste. Auf der Flucht vor den Nazis gelobte der jüdische Schriftsteller Franz Werfel, er werde ein Buch über die liebe Frau von Lourdes schreiben, wenn ihm die Flucht gelänge. Franz Werfel wurde gerettet, und uns wurde dieses Buch geschenkt. 3. Produkt des Monats
Kann da nur ein Rosenkranz sein, denn das, was Bernadettes Soubirous liebstes Gebet war, der Rosenkranz ist in ganz besonderer Weise mit ihr verbunden. Ihr kleiner, sehr bescheidener hölzerner Rosenkranz war ihr liebster Besitz. Rosenkränze haben wir in allen Variationen, natürlich auch in der Variante, wie Bernadette ihn besessen hat, ganz einfach, aus Holz und geknüpft, nicht gekettelt. 4. Das Gedicht
Nimmt Bezug auf das erste Marienfest des Monats. Sollte eigentlich jeder kennen, fromme Menschen beten es jeden Tag.
Nunc dimittis servum tuum, Domine, secundum verbum tuum in pace: Quia viderunt oculi mei salutare tuum Quod parasti ante faciem omnium populorum: Lumen ad revelationem gentium, et gloriam plebis tuae Israel.
Braucht wirklich jemand eine Übersetzung? (Lukas 2, 29-32)
5. Die kleine Wallfahrt
Führt uns nach Frankfurt. In der Nähe der Liebfrauenkirche, direkt am dortigen Kapuzinerkloster, in der Nähe der Zeil, aber doch an einem stillen Ort findet sich die schönste Lourdes-Grotte, die wir kennen. Stets umgeben von einem Meer von Kerzen und von vielen, vielen Betern und noch mehr Beterinnen. |